Zu Beginn möchte ich darauf hinweisen, dass ich keine Achtsamkeits-Expertin bin, sondern nur von meinen eigenen Erfahrungen spreche. Ich habe für mich ein paar einfache Wege gefunden, um achtsamer und entspannter durchs Leben zu gehen – vielleicht inspirieren sie dich ja auch.
Aber warum beschäftige ich mich überhaupt mit Achtsamkeit? Weil es in unserer heutigen Zeit unglaublich schwer geworden ist, wirklich präsent zu sein. Unser Alltag ist geprägt von permanenter Reizüberflutung – durch Handys, Medien und vor allem Social Media. Wir werden überrollt von einer Flut an Informationen, die, wenn wir ehrlich sind, in den seltensten Fällen wirklich relevant für unser Leben sind.
Ich persönlich kann meinen Kopf zwischendurch richtig dampfen spüren und fühle mich dann oft wie ein ausgelaugter, kalter Roboter. Statt uns Ruhe zu verschaffen, überfordert uns dieser ständige Input. Ist dir schon mal aufgefallen, wie müde sich deine Augenlider anfühlen können?
Ich habe gemerkt, dass mir diese Informationsflut auf Dauer nicht guttut. Mein Kopf fühlt sich oft ausgelaugt an, und meine Aufmerksamkeitsspanne schrumpft.
Ich will wieder bewusst wahrnehmen, meinen eigenen Gedanken Raum geben und meinem Geist Pausen gönnen.
Genau hier setzt Achtsamkeit für mich an.
Für mich geht es dabei nicht um große Rituale oder Meditationstechniken, sondern um kleine, bewusste Momente im Alltag – kurze Auszeiten, in denen ich meine Umgebung wirklich wahrnehme.
Drei einfache Beispiele, die ich mittlerweile ganz automatisch in meinen Alltag integriert habe, sind:
1. Bäume betrachten – Achtsamkeit in der Natur
Es klingt vielleicht ungewöhnlich und fällt eventuell für ein paar Menschen in die Kategorie „Bäume umarmen“, aber Bäume zu betrachten, wenn man spazieren geht oder aus dem Fenster schaut, kann wirklich sehr beruhigend und auch inspirierend sein.
Schon mal darauf geachtet, wie einzigartig jeder Baum ist? Besonders die Rinden sind unglaublich unterschiedlich – habt ihr euch die mal bewusst angesehen? Rinden sind wirklich sehr faszinierend, fast schon wie Kunst.
Es gibt dicke Rinden, die, wenn man nah genug rangeht, wie richtige Krater wirken, feine Rinden, die an Büttenpapier erinnern, mehrfarbige Rinden in den weichsten Naturtönen: Grün, Gelb, Ocker und Taupe.
Glatte Rinden und Rinden mit Rissen und Narben.
Rinden mit Löchern und Rinden, die mit flauschigem Moos bewachsen sind.
Neulich habe ich einen Baum entdeckt, dessen Moos auf dem Stamm wie ein kleiner Dino oder Drache aussieht.
Ich bin fest davon überzeugt, dass auch, wenn man nicht viel Zeit hat und vielleicht nur einmal die Woche für einen Spaziergang vor die Tür kommt, Bäume betrachten die Gedanken beruhigen kann.
Und selbst wenn man Bäume nur durchs Fenster betrachtet – schon das kann entschleunigen.
Genau das ist für mich gelebte Achtsamkeit: kleine, bewusste Momente, die sich mühelos in den Alltag integrieren lassen.
2. Kaffee als Ritual – Ein Moment der Ruhe
Meistens macht mein Mann morgens den Kaffee. Aber wenn ich ihn dann doch mal selbst koche, stelle ich immer wieder fest, wie schön und entspannend dieser Vorgang ist.
Wir haben eine Filtermaschine zu Hause. Also im Grunde nichts Aufregendes. Und doch empfinde ich den Ablauf, den Kaffee ganz bewusst zuzubereiten, als beruhigend. Der intensive, aromatische Duft des dunklen Pulvers, bevor es in den rauen, beigen Filter rieselt. Das leise Gurgeln des Wassers, wenn es durch die Maschine gesogen wird und sich langsam erhitzt. Dann das ruhige Tropfen des Kaffees, der auf den Boden der Glaskanne plätschert, während sich die Luft langsam mit seinem angenehmen Duft füllt.
Es ist nichts Großes, nichts Lautes, nichts Zeitaufwendiges – nur ein einfacher Moment. Und genau darin liegt seine Kraft: eine kleine Auszeit mitten im Alltag.
3. Enten im Takt – Kleine Freuden am Wasser
Hast du dir schon mal ganz bewusst Zeit genommen, Enten zu beobachten?
Enten sind nicht nur wunderschöne Tiere, sondern es macht auch großen Spaß, sie zu beobachten und dabei den Alltagsstress zu vergessen. Enten laufen lustig, sie watscheln und der Schwanz wackelt dabei. Schlafende Enten wirken mit ihren kugeligen Körpern und den dünnen Beinchen wie kleine Baseballs auf Stelzen. Enten, die im Paar schwimmen, sind oft erstaunlich synchron in ihrem Verhalten. Mich jedenfalls bringt es zum Lächeln, wenn ich ein Entenpaar sehe, das gegen den Strom des Wassers nebeneinander herschwimmt und dann ganz plötzlich, komplett gleichzeitig, den Kopf ins Wasser stülpt, die kleinen orangenen Beinchen in die Luft hebt und mit diesen zappelt. Und dann – schwupp – tauchen sie wieder auf, wieder komplett gleichzeitig, als hätten sie sich abgesprochen, und fangen an zu quaken. Als würden sie sich über ihren Tauchgang unterhalten.
Ich mag das. Wieder ist es nichts Großes. Aber darum geht es – genau das macht es so wertvoll. Sich auf die vermeintlich kleinen Dinge einlassen, sie bewusst wahrnehmen und einfach nur sein.
Achtsamkeit beginnt im Kleinen
Für mich sind diese drei Beispiele tolle Momente des Alltags.
Wenn meine Gedanken kreisen, holen sie mich zurück ins Hier und Jetzt.
Sie erinnern mich daran, nicht im mentalen Stress zu versinken, sondern Dinge für den kurzen Augenblick sein zu lassen.
Welche Momente machen das bei dir?
Gibt es kleine Alltagsbeobachtungen, die dich zum Schmunzeln bringen oder dir Ruhe schenken?
Bis bald
Valentina
(Unbezhalte Werbung: Benutzes Bild von Stéphane Bernard / Unsplash)
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